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Der Nächste bitte

Es ist schon seltsam - ich bin immer die Letzte im Wartezimmer.

Wenn ich zu meinem Arzt muss, sollte ich wohl 2 Wochen vor meiner Erkrankung einen Termin fest machen, dann hätte ich auch eine Chance auf zeitnahe Behandlung. Rufe ich nämlich an wenn ich mich verletzt habe oder plötzlich erkrankt bin heißt es: tut uns leid, wir sind voll, kommen sie doch in zwei Wochen, da hätten wir einen Termin für Sie.Oder kommen sie zur Frau Doktor, da wäre noch was frei.
Ich habe meinen Hausarzt 20 Jahre, er kennt mich (und ich ihn) Frau Doktor ist später zur Praxis gekommen, sie hat immer was frei, aber die Chemie stimmt nicht zwischen ihr und mir. Ich warte zwei Wochen auf meinen Termin.

Okay, ich versorge mich also selber mit Grippemittel, bekämpfe das Fieber und schleppe mich in die Arbeit (wie war das? bei einer viralen Infektion ist das Arbeiten mit Lebensmittel verboten ?) Wenn dann mein Termin beim Arzt ansteht, ist meine Grippe weitestgehend abgeklungen. Nichtsdestotrotz sitze ich im vollen Wartezimmer und warte... und warte, das Wartezimmer leert sich, neue Patienten kommen, werden gerufen - ich warte. Kurz bevor mich tiefe Verzweiflung übermannt höre ich die Arzthelferin meinen Namen rufen.
Dann bin ich endlich im Sprechzimmer - und ja was wollte ich eigentlich.
Meine Krankheit habe ich selbst in den Griff bekommen, also bleibt Zeit um eine nette kleine Plauderei mit meinem Arzt zu halten. Wir kennen uns ja und für so ein kleines Palaver nimmt man gerne zwei Wochen Wartezeit in Kauf.
Es würde mich nur interessieren, ob all die anderen Patienten einen Arzttermin bekommen wenn sie krank sind.

14.10.14 10:58, kommentieren

Männer sind gleich - meiner ist gleicher

Ich liebe meinen Mann.
Ja ich liebe ihn wirklich, wäre ich sonst schon 30 Jahre mit ihm zusammen?
Und er ist mein Held, mein Beschützer, mein Versorger, mein Liebhaber, bester Papa und Opa

Warum nur könnte ich ihn manchmal nach Timbuktu schicken.

Ich könnte die Wände hochgehen wenn er einen Western zum gefühlten fünfzigsten Mal ansieht und behauptet den hätte er noch nie gesehen. Ich sitze mit meinem Buch in der Ecke oder arbeite an meinem Laptop ohne Blick auf den Fernseher und kann die Dialoge schon mitsprechen.
Sollte ich je einen Film der mir gefallen hat nochmal sehen wollen, wird sofort weggeschalten, "ach den haben wir doch schon gesehen", ausser "Willkommen bei den Schtis", den gucken wir immer. Bisher gefühlte 72 Wiederholungen.

Er nimmt eine Schmerztablette und wird davon so müde, dass er sich sofort aufs Sofa legen muss und 2 Stunden ruhen. Ich nehme diesselbe Tablette und gehe 7 Stunden in die Bäckerei Brot und Gebäck verkaufen.
Ich koche jeden Tag frisch, bleibt mal etwas über und es gibt "aufgewärmt" esse ich das alleine.

Er kritisiert alle und jeden, ist besser als jeder Handwerker und schafft es doch nicht einmal einen Nagel in die Wand zu schlagen.
Wenn ich etwas besonderes vorhabe, einen Theater-oder Konzertbesuch muss ich es so drehen, daß er meint das wäre ihm eingefallen und schon gehen wir.

Habe ich in diesen dreißig Jahren meinen Mann zum Egoisten gehätschelt? Er war doch früher nicht so. Oder habe ich mich auch so verändert?

Aber genau so oder nur ein wenig anders höre ich andere Frauen immer reden.
Früher, als wir noch jung waren, hörten wir von meiner Mutter immer die Klagen über Papa und mein Mann sagte zu mir: wenn ich so werde wie Dein Pa, dann darfst Du mich erschiessen. Das hätte ich vor 5 Jahren schon machen dürfen, mittlerweile ist er auf der Überholspur.

Gehe ich ihm auch manchesmal auf die Nerven?

Vielleicht treffe ich ihn eines Tages wieder - in Timbuktu

16.10.14 10:10, kommentieren